FIPS-Programm der Vinzenz-Gruppe bei Burn Out

Die Vinzenz Spital-Gruppe bietet fünfwöchige stationäre Burn Out-Therapien an. (Foto: Vinzenz Magazin)

(Wien, im Jänner 2011) Das Thema „Burn Out“ ist in den Jahren 2009 und 2010 in aller Munde gewesen. Das Medienaufkommen war in diesen Jahren geballt. Vielfach gingen Patienten mit ihren Problemen aktiv an die Öffentlichkeit und die Ärzte und Spitäler zogen nach. Sie stellen ihre Programme vor.

Die Vinzenz-Spitalsgruppe ist die größte private Spitalsgruppe in Österreich und sie umfasst sieben Häuser. Im Wiener Haus im 6. Bezirk (Stumpergasse 13) stellt das Spital eine stationäre Therapie für Burn Out-Fragen vor.

In der Ausgabe der hauseigenen Zeitschrift „Vinzenz Magazin“ (1/2011) wird auf die Therapieform hingeweisen. Sie nennt sich „FIPS“ und meint die Abkürzung: Fokussierte internistisch-psychosomatische Therapie.

Therapie auf Interner Abteilung

Damit ist einmal gemeint, dass man den Patienten im Spital der Barmherzigen Schwestern nicht auf der psychiatrischen Abteilung, sondern auf der internistischen Abteilung kuriert. Es arbeiten bei dieser Therapieform Internisten und Psychiater zusammen.

Der Leiter des Therapiekreises ist Primar der Internen Dr. Peter Weiss. Er erklärt, warum es eine Teamarbeit gibt: „Bei vielen Patienten stehen die körperlichen Symptome im Vordergrund.“ Diese klärt man einmal ab, bevor man eine „voreilige psychiatrische Diagnose stellt.“

„Burn Out“ bleibt ein atypisches Krankheitsbild, ist man in der Vinzenz-Gruppe überzeugt. Primar Weiss weiß von Patienten, die eine Odyssee hinter sich haben. Viele Ärzte, viele Wartezeiten, viele Diagnosen. Die Erschöpfung bleibt. Das Stigma, selbst Schuld zu sein, auch. Körper, Seele und Geist sind angegriffen.

Atypisches Krankheitsbild

Bei den Barmherzigen Schwestern leitet Dr. Christoph Argeny das FIPS-Programm. Der Psychiater und Psychotherapeut kennt die Ursachen: Hohe Ansprüche von der Gesellschaft, hohe Ich-Ideale, „viele legen sich die Latte sehr hoch“. Irgendwann, Mitte 40, kommt der Knacks.

Patienten beschreiben die Symptome mit Bewegungsstarre, Schweregefühl, Agonie, Teilnahmslosigkeit, Angst in hohem Ausmaß. Um es zu kompensieren, steigt der Koffein-Konsum als Treibstoff, Schlafprobleme am hinteren Ende und vieles mehr. Magen-Darm-Beschwerden sind das eine, Depressionen das andere, Leeregefühl und Atemnot.

Bei der Barmherzigen dauert die stationäre Therapie drei bis fünf Wochen. Neben Gruppengesprächen, in denen sich Patienten das erste Mal offen sprechen trauen, gibt es Einzelgespräche mit dem Arzt. Manche Therapien sind medikamentengestützt, aber nicht alle. Es komme auf die Schwere des Zustandes an.

Körperlicher Schmerz

Kern des Burn Outs ist die Psychosomatik. Das heißt: Die beschädigte Seele erzeugt körperlichen Schmerz. Bei manchen Patienten reicht das bis zur Unfähigkeit zu gehen. Das führt zu Krankenständen über viele Monate oder Frühpension.

Das FIPS-Programm besteht aus vielen Gesprächsrunden, aus Entspannungstraining, physikalische Therapien, aber auch Kreativprogramme wie Malen. Durchgeführt wird es in der „Psychosomatik-Ambulanz“ im Krankenhaus Barmherzige Schwestern Wien, 1060, Stumpergasse 13. Telefonisch (8-15 Uhr): 01-59988-3200.

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Die Vinzenz-Spitalsgruppe besteht aus mehreren Krankenhäusern, die alle unter 300 Betten haben. Mitte Oktober 1995 fusionierten die Spitäler der Barmherzigen Schwestern in Wien, Linz und Ried zur Vinzenz-Gruppe. Mit 1. Jänner 2000 übernahm man das Orthopedische Spital Speising in Wien, das als das beste in Österreich gilt. Heute sind sieben Spitäler im Verbund, zwei Pflegeheime und vier Gesundheitszentren in vier Bundesländern. Die Vinzenz-Gruppe ist der größte als Privatstiftung organisierte Gesundheitsträger in Österreich. Am 3. Juni 2009 wurde die Sankt Vinzenz gemeinnützige Privatstiftung der Barmherzigen Schwestern im Firmenbuch eingetragen. Mit 1. Jänner 2010 wurden die Vinzenz Gruppe Krankenhausbeteiligungs- und Management GmbH sowie sie Vinzenz Gruppe Service GmbH mit allen ihren Beteiligungen in die Sankt Vinzenz gemeinsnützige Privatstiftung der Barmherzigen Schwestern eingebracht. Der Verband lobbyiert seit jeher gegen Schließungspläne von Spitälern unter 300 Betten, weil man damit selbst betroffen wäre.

Marcus J. Oswald (Ressort: Burn Out, Therapiestationen)

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