Dealerring in Raum Wels gesprengt – 19 Festnahmen – 110 Ausforschungen

Drogen aus dem Süden brachten nun 19 Personen in den Häfen. (Foto: Google-Earth)

(Wien/Wels, im Oktober 2010) Zu einem Schlag gegen das Dealerunwesen holte die Polizei im Bezirk Wels-Land aus. Die Ermittlungen liefen von April 2010 bis zuletzt. Ergebnis: Bisher wurden 19 Personen – teilweise durch die EKO-Cobra – festgenommen und in die Justizanstalten Wels, Linz und Ried verbracht. Einige sind schon nach Suchtmittelgesetz rechtskräftig verurteilt worden, einige warten noch auf ihre Prozesse.

Auf der Ermittlungsseite arbeiteten Suchtgiftfahnder des „Koordinierten Kriminaldienstes Wels-Land“, sowie zwei Suchtgiftfahnder Polizei Grieskirchen an den Erhebungen im Giftmilieu in Wels-Umgebung. Mitgewirkt haben auch Abteilungen des Wiener Bundeskriminalamtes und des Landeskriminalamtes Oberösterreich, sowie der Welser Stadtpolizei. Das führte zu insgesamt 110 Tatverdächtigen, die ausgeforscht wurden.

Ausländische Tätergruppen

Auf der Täterseite handelt es sich um Kosovo-Albaner, die so gut wie jedes Suchtgift ins Land gebracht haben: Heroin, Cannabis, Kokain. Herkunftsorte waren Holland, Deutschland, Tschechien und Bosnien. Der Schmuggel erfolgte sowohl mit dem PKW als auch mit der als gefährlich eingestuften „Bodypacker“-Methode im Reisezug. In Österreich waren dann für Verteilung und Verkauf der illegalen Drogen Subverteiler und Endabnehmer verantwortlich, wobei die Festgenommenen eine kurze Leine bei der Vergabe der Kommissionsware und harte Hand beim Schuldeneintreiben zeigten. Teilweise geschah es mit Waffengewalt.

Unter den Hauptverdächtigen – das wird Wasser auf die Mühlen politischer Populisten sein – handelt es sich ausnahmslos um ausländische Staatsbürger oder Österreichischer mit Migrationshintergrund. Das gibt die Sicherheitsdirektion Linz in einer Aussendung bekannt. Neben den Kosovaren als Haupttäter finden sich auch Bosnier und ein Exil-Russe. In Summe wurden 62 Anzeigen nach Verbrechen und 135 nach Vergehen (SMG, Nötigung, Drohung, Waffengesetz) von der Polizei geschrieben, darunter auch ein Diebstahl von 15.000 Liter Diesel im Wert von 13.000 Euro.

25 Kilo Cannabis, zehn Kilo Heroin, halbes Kilo Koks, Tabs

Hochgerechnet ist der Absatz der Ware: Es geht um rund 25 Kilo Cannabis, 9,5 Kilo Heroin, ein halbes Kilo Kokain, sowie rund 2.000 Stück Drogenersatztabletten, die nach Österreich eingeführt und vertrieben wurden. Bei Hausdurchsuchungen wurden nur geringe Mengen Gift gefunden, aber eine Menge Besteck und Bargeld, das als „Drogengeld“ definiert, beschlagnahmt wurde.

Mit der Festnahme der 19 Köpfe mit Status 22. Oktober 2010 ist es noch nicht getan. Die Fahndergruppe will weitermachen und vor allem gegen die Subverteiler weitere Beweise zusammen tragen und die Ermittlungen fortsetzen. Da sich einige Verdächtige in „Heimatländer“ abgesetzt haben, wurden sie mittels EU-Haftbefehl „ausgeschrieben“.

Marcus J. Oswald (Ressort: Schlag gegen Dealer, Hotspots, )

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